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Die Initiatoren

Die Sonderausstellung „Chili, Teufelsdreck und Safran“ wurde vom Landesmuseum für Natur und Mensch vorbereitet. Sie war vom 16. September bis 30. Dezember 2007 in Oldenburg zu sehen.

Die Ausstellung wird vom 21. Februar bis zum 31. März 2008 in der Zentral- und Landesbibliothek im Haus Berliner Stadtbibliothek (Breite Str. 36) gezeigt.

Das Projekt wird geleitet von:

Prof. Dr. Mamoun Fansa
Leitender Museumsdirektor
Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg

Unter Mitwirkung von:

Evelyn Kloos M.A.
Landesmuseum für Natur und Mensch Oldenburg

Dr. Gernot Katzer
Berlin

Dr. Jonas Fansa
Zentral- und Landesbibliothek Berlin

Das Thema der Ausstellung

Fernreisen sind heute erschwinglich – und viele Reiseländer sind nicht zuletzt ihrer kulinarischen Errungenschaften wegen bereisenswert. Heimgekehrte Urlauber können fremdländische Tafelfreuden in deutschen Großstädten meist unaufwändig wiederholen; und das dank des Booms der authentischen Küchen in den 1990er Jahren. Heute sind – zumindest in deutschen Großstädten – die Ingredienzien ausländischer Küchen gut verfügbar. Das gilt für Gemüse, Konserven, Teigwaren und natürlich auch für die charakterbestimmenden Komponenten: Die Gewürze.



Safranernte (Aus einer Handschrift des Tacuinem Sanitatis, 15. Jh.)

 

Gewürze sind so alt wie die Menschheit. Bereits die Menschen der frühesten Hochkulturen machten von Pflanzen und Pflanzenteilen Gebrauch und verwendeten sie für kultische, medizinische und kulinarische Zwecke. Weil nicht alles überall wächst, erstreckten sich schon im zweiten Jahrtausend vor Christus umfassende Handelsnetze zwischen Ostasien und dem Mittelmeerraum. Der europäische Kolonialismus machte die Gewürzpflanzen zu Luxusgütern. Um sie wurden militärische und wirtschaftliche Kriege geführt, ehe sie den europäischen Verbraucher erreichten.

 

Gewürze interdisziplinär

Genauso groß wie die Vielfalt der Gewürze sind auch die Hintergründe und wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit ihnen beschäftigen.

Historiker erforschen ihre Bedeutung als Handelsgut und Triebfeder kolonialer Ambitionen – auch mit ihren Folgen für die heimische Bevölkerung. Die kulturspezifische Bedeutung und Anwendung von Gewürzpflanzen ist Gegenstand der Ethnologie. Sie liefert Erkenntnisse über Kulturkontakte und Tradierungen, aber auch über alltägliche Gepflogenheiten und den Einsatz von Gewürzen in der Ethnomedizin. Die Paläoethnobotanik hingegen kann beweisen, dass der Einsatz von Gewürzen keine Erfindung der jüngeren Geschichte ist. Mit ihrer Hilfe lassen sich die frühesten Verwendungszwecke klären und -orte lokalisieren und manchmal sogar der Geschmack längst vergangener Zeiten rekonstruieren. Botanisch betrachtet sind Gewürze hochgradig wunderliche Geschöpfe. Warum erzeugen die Pflanzen überhaupt stark riechende und schmeckende ätherische Öle und welchen Nutzen haben solche Eigenschaften für das Überleben? Spannend ist hier vor allem die Frage nach den „Motoren“ des Geschmacks. Dank moderner Untersuchungsverfahren der Chemie wissen wir heute schon sehr viel darüber, welche einzelnen Bestandteile von ätherischen Ölen ganz bestimmte Aromaeindrücke hervorrufen. So haben diese Inhaltsstoffe auf vielerlei Weise auch in anderen Bereichen wie der Parfümindustrie und der Medizin Einzug gehalten.

Kulinarik

Jede Weltregion schmeckt anders – kulinarische Traditionen sind so charakteristisch wie literarische, künstlerische, architektonische oder musikalische Traditionen. Das Koordinatensystem der Aromen wird bestimmt von den verfügbaren Rohstoffen (Fleisch, Gemüse, Getreide usw.), importierten und einheimischen Gewürzen und Zubereitungsmethoden. Die Würztraditionen sind dabei tief ins kulinarische Gedächtnis der Kulturkreise eingeschrieben und oft unverwechselbar. So assoziieren wir mit Kreuzkümmel, Bockshornklee und Koriander Indien, mit Knoblauch, Olivenöl und Petersilie Italien, mit Koriandergrün und Minze Vietnam, mit Zimt, Nelken und Piment den Orient, mit Sesam und Wasabi Japan. Jeder dieser Aromenkreise wird von einer einzigartigen Kombinatorik bestimmt, die ein Arsenal von Würzmitteln definiert und nach bestimmten Regeln arrangiert.

 

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